Feldpost im Zweiten Weltkrieg
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Schreibender Soldat. Abbildung dankenswerterweise von Klaus Friedrich zur Verfügung gestellt: Westfront, vermutlich im saarländisch-französischen Grenzgebiet, 1940

(Abbildung dankenswerterweise von Klaus Friedrich zur Verfügung gestellt: Westfront, vermutlich im saarländisch-französischen Grenzgebiet, 1940)

Das Feldpost-Archiv

Das Feldpost-Archiv ist eine unabhängige Vereinigung von Wissenschaftlern, die sich um die Förderung von Forschung bemüht, die Feldpost als Quelle nutzt. Dazu wollen wir: Archive, die Feldpost in ihren Beständen haben, unterstützen und zusammenbringen, Literatur zusammenstellen, die entweder Feldpostbriefe publiziert oder sie als Quelle nutzt, eine Plattform bieten, wo Wissenschaftler, Studierende und auch Künstler ihre Arbeiten vorstellen können, sowie Netzwerke für gemeinsame Forschung aufbauen und befördern.

Feldpost - Dialog zwischen Front und Heimat

Quod non est in actis, non est in mundo. Was nicht in den Akten ist, ist nicht in der Welt. Die Sensibilisierung für diese Frage nach dem Individuum gehört zum Repertoire einer Geschichtswissenschaft, die auf der Suche nach Wirklichkeit präzisere Antworten finden will. In diesem Zusammenhang waren Privatkorrespondenzen historisch bedeutsamer Persönlichkeiten schon immer ein beliebtes Objekt der Forschung. Ungewöhnlich ist die Tatsache, dass in Bezug auf den Zweiten Weltkrieg eine der wertvollsten Quellen für die Innenansicht eines Systems spät von vielen Wissenschaftsdisziplinen in ihrem Wert erkannt wurde: Kriegs- oder Feldpostbriefe. Soldaten schreiben an ihre Angehörigen - Angehörige schreiben an die Soldaten im Feld. Nicht nur die moderne Geschichtsschreibung stimmt eine andere Tonlage an und sieht sich im Einklang mit Bertolt Brechts berühmtem Gedicht Fragen eines lesenden Arbeiters, wo es heißt:

Philipp von Spanien weinte, als seine Flotte
Untergegangen war. Weinte sonst niemand?
Friedrich der Zweite siegte im Siebenjährigen Krieg. Wer
Siegte außer ihm

Auch die einfachen Soldaten haben Spuren im Räderwerk der Geschichte hinterlassen. Eine immense Menge an Feldpost-Sendungen ist während des Zweiten Weltkrieges auf deutscher Seite versandt worden. Zugänglich ist nicht einmal ein Bruchteil davon. Diese Geschichtsquelle für die gesellschaftlichen Innenansichten einer aus den Fugen geratenen Zeit ist inzwischen in ihrem Wert erkannt, aber noch wenig erschlossen. Feldpost- und Lebensdokumente aus dem Zweiten Weltkrieg werden bislang wenig systematisch in öffentlichen Dokumentationsstellen archiviert. Das meiste dürfte noch in privaten Haushalten zu finden sein, ständig von der Gefahr bedroht, bei nächster Gelegenheit entsorgt zu werden. Langsam reift das Bewusstsein, dass diese exklusiven Quellen gerettet werden müssen.

Der Brief als Quelle für Militär-, Mentalitäts-, Sozial- und Kommunikationsgeschichte

Feldpost im Zweiten Weltkrieg. Während des Zweiten Weltkrieges wurden allein auf deutscher Seite 30 bis 40 Milliarden Feldpost-Sendungen zwischen Heimat und Front versandt. Dennoch ist der Quellenbestand in bundesdeutschen Archiven und Sammlungen als marginal zu bezeichnen.

Sammlung. Clemens Schwender und Katrin Kilian haben gemeinsam mit dem Museum für Kommunikation Berlin auf Initiative von Ortwin Buchbender im August 2000 ein Projekt zur Sammlung von Feldpost-Dokumenten aus dem Zweiten Weltkrieg begonnen. Die Lebensdokumente werden gesammelt und aufbereitet, um sie Forschung, Publizistik und der Öffentlichkeit unter Wahrung des Datenschutzes zugänglich zu machen.
Mit gut 100.000 Dokumenten im Bestand und 1.200 Briefen, die online eingesehen werden können, ist das Feldpost-Archiv im Museum für Kommunikation Berlin eines der bedeutendsten Einrichtungen dieser Art.

Werkstatt. Das Thema "Feldpost" erfordert eine Betrachtung durch unterschiedliche Disziplinen. Bei der erhofften Materialerhöhung kann davon ausgegangen werden, dass präzisere Untersuchungsfragen gestellt und differenziertere Ergebnisse erzielt werden können als bisher. Systematische Untersuchungen und Studien sind zudem bislang rar. Fragestellungen wie etwa zur subjektiven Wirklichkeit der Betroffenen, zur Wirkung von Propaganda und Medien, Einstellungen und Einstellungswandel, Reflektionen in einem totalitären System sind bislang nur angeschnitten worden. Auch die Frage der Repräsentativität musste bislang negativ beantwortet werden.
Wir bieten eine Plattform für Artikel, Abstracts und Vorhaben von Forschungsarbeiten unterschiedlicher Disziplinen, die sich mit Selbstzeugnissen aus dem Krieg befassen. Wir bieten auch Raum für interessante Seminar- und Abschluss-Arbeiten. Wir freuen uns über jeden wissenschaftlichen, publzistischen oder auch künstlerischen Beitrag zum Thema.

Links. Wir sehen das Feldpost-Archiv auch als Fachportal zu in- und ausländischen Internet-Seiten, die sich mit Feldpost aus verschiedenen Zeiten und aus verschiedenen Regionen beschäftigen.

Archive. Es gibt eine Reihe von Archiven, die in ihren Beständen auch Feldpost in relevantem Umfang haben. Exemplarisch ist ein kleiner Teil der Feldpostsammlung des Museums für Kommunikation zugänglich gemacht. Eine Auswahl von 1.400 Briefen ist über das Internet weltweit zugänglich. Wer sich intensiver mit umfangreicheren Transkripten oder den Originalen beschäftigen möchte, sollte sich mit diesem oder einem der anderen Archive in Verbindung setzen.

Ausgewählte Briefe. Um sich einen ersten Eindruck von Feldpost zu verschaffen, haben wir einige wenige Beispiele auch auf dieser Site zusammengestellt.

Literaturliste. Keine Forschung ohne Literatur. Unsere Liste wird immer wieder aktualisiert und stellt die umfassendste Titelsammlung zum Thema bereit.

Kontakt und Kooperation. Die Arbeit kann nicht geleistet werden ohne die Unterstützung durch weitere Partner.